Von alten Frauen und meinem Temperament

Manchmal passieren Dinge, welche uns mit dem Hirn lebenden Menschen zum staunen bringen.

Ich behaupte von mir eine von Natur aus freundliche Person zu sein- nicht umsonst lieben mich unsere Kunden im Geschäft.
Ich gebe zu, wenn ich wütend bin kann ich evtl. – nein okay – ziemlich sicher temperamentvoll und explosiv sein.
Aber glauben Sie mir, ich lebe nach dem Motto: „machst Du mir Nichts, tu ich Dir Nichts.“

Nun zu heute…

nichtsahnend sitze ich mit meinen Fellnasen in der Strassenbahn. Ich sitze in einem Stuhl. Links von mir ist eine, ich schätze 5 Meter lange, Bank. Bis auf eine Person ist die Bank frei.
Als die ältere Dame, ohne Stock und ohne Rollator, ziemlich zackig in die Bahn steigt, reagiere ich geistesgegenwertig und nehme sofort meinen grossen Hund auf die Seite.
Damit die ältere Dame ohne Hindernisse an die Bank kann.
Sie denken falsch, wenn Sie nun erwarten, dass die Frau dankbar oder zumindest Kommentarlos an mir vorbei an die Bank ging. Nein.

Sie stand vor mir, ihre ernsten Augen musterten mich.
Genau so wie meine sie.
Ihr graues Haar war penibel gepflegt und ihr Duft war typisch für ihr Alter.
An ihren Ohren blitzten riesige goldige Knöpfe.
Sie riss mich mit den Worten: “ Ich möchte hier sitzen!“ Aus meinen Gedanken. Verblüfft sah ich sie an und, Sie können mir glauben!- ich habe mich zusammengerissen und bin mit den beiden Fellnasen umgezogen.
Doch die penibel gepflegte Dame konnte nicht auf ihr Mundwerk sitzen und plapperte provozierend zu der Person auf der Bank: „Die Jungen, ne? Unmöglich! Verdrehen noch die Augen wenn man sie um den Platz bittet!“
Mein, oder ihr Pech(?) war, dass ich keine Musik in den Ohren hatte und somit mein Kragen platzte.
“ Entschuldigen Sie, von Bitten kann hier aber nicht die Rede sein!
Desweiteren ist die ganze Bank frei! Warum muss ich vom Stuhl weg?“
Ihre Antwort liess mich völlig Baff werden:
“ Weil Sie 18 sind und ich 87 !“
“ Na aber hören Sie mal, Sie Ziege! Ich bin 25, hatte zwei OPs an den Beinen, eine am Zeh und habe noch Beschwerden von der letzten Knie OP. Soviel dazu. Und ich möchte Sie darauf aufmerksam machen, dass Sie mit ihrem Verhalten nicht mehr Respekt erhalten.“

Ich war noch 20 Minuten mit ihr in der Bahn und sie wetterte die ganze Zeit lang noch weiter.

Manchmal, da frage ich mich, warum ich immer wieder solchen Menschen begegne. Trage ich in mir ein Magnet für die unmöglichsten Menschen?
Oder steht auf meiner Stirn :“Bitte pöbeln Sie mich an?“
Vielleicht zeigt auch die grosse Kraft im Himmel mit dem Daumen auf mich und findet:“nervt sie!“

Wie auch immer, ich gebe jetzt mein Magnet ab, an die Frau mit ihrer penibel sitzenden Frisur und ihren riesigen Klunkern.
Auf dass ihre Frisur nie wieder perfekt sitzt.

In Rage

Seelenhund

und zum Gruss das sichere Flügelschlagen vom Drachen

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